Dallmayr
Äthiopische Kinder lernen in einer Schule
 

Dallmayr baut eine Schule in Äthiopien

Dallmayr baut gemeinsam mit „Menschen für Menschen“ eine Schule in Äthiopien. Mit dem Kauf von Dallmayr Ethiopia unterstützen Sie uns bei der Finanzierung unseres Bauprojekts.

Äthiopische lachende Kinder stehen vor einer bunten Wand und winken

Eine neue Schule für Kekero Jibat:
Ein Dorf blickt Richtung Zukunft

Bhuebos bona liebe Leser. Hallo und herzlich Willkommen in Kekero Jibat. Heute stehen hier die Großmütter an den Kochstellen, die buntesten Kleider liegen griffbereit und alle freuen sich auf das große Fest am Abend. Denn: Heute beginnt der Neubau der Kekero Jibat Primary High School und das muss gefeiert werden.

Dallmayr finanziert den Bau der neuen Schule, von dem wir ab sofort zusammen mit Gemachu (12), Helina (6) und Urge (7) berichten werden. Die drei Schülerinnen und Schüler besuchen derzeit zusammen mit mehr als 700 weiteren Kindern die alte Schule des Dorfs, das 200 km südwestlich von Addis Abeba liegt.

Das Gebäude wurde einst aus Stroh, Holz und Lehm erbaut. Kleine Öffnungen ersetzen Fenster, die Wände sind von Termiten zerfressen und bröckeln in großen Stücken herunter.

Die neue Schule, die in Zusammenarbeit mit der Stiftung Menschen für Menschen errichtet wird, soll den Familien eine bessere Zukunft ermöglichen. Dies ist für Dallmayr in eine absolute Herzensangelegenheit. Denn: In Äthiopien wird bereits seit Jahrzehnten Kaffee angebaut. Zu vielen Familien besteht über Generationen hinweg Kontakt

 
Ein Arbeiter hebt eine Grube aus

Hand-Arbeit: Schritt für Schritt wird die Grube ausgehoben

Die Baustelle ist momentan das Gesprächsthema in Kekero. Jeder kommt vorbei und möchte sehen, wie es voran geht. Bis die ersten Fortschritte zu sehen sind, dauert es eine Weile. Wegen der schwierigen Transportbedingungen steht nur ein spärliches Angebot an Baugeräten zur Verfügung. In Kekero Jibat wird mit bloßen Händen und wenig Hilfsmitteln gearbeitet. Die Arbeiterinnen und Arbeiter, die allesamt in der Region leben, heben zunächst eine große Grube aus und transportieren die Erde mit großen Bahren – so genannten Barillas – ab.

Äthiopische Arbeiter und Arbeiterinnen beim Ausheben der Grube für den Bau einer neuen Schule
Einblick in eine äthiopische Schule mit alten Schulbänken in einem kleinen Klassenzimmer

Die sechsjährige Helina war selbstverständlich auch beim ersten Spatenstich dabei. „Wir sind sehr aufgeregt. Wegen der langen Regenzeit mussten wir uns lange gedulden bis es endlich losgeht.“ Jetzt freut sie sich sehr auf die neuen Unterrichtsräume. Helina führt uns in ihr altes Klassenzimmer: „Es wird wirklich Zeit für eine neue Schule“, kommentiert sie.

Helinas Eltern arbeiten auf der Kaffeeplantage im Nachbarort. Dort verdienten bereits die Großeltern und Urgroßeltern ihren Lebensunterhalt. Seit mehr als 50 Jahren ist Dallmayr in Äthiopien der größte Abnehmer gewaschener Arabicas. Dass nun eine Schule entsteht, die von Dallmayr finanziert wird, macht die Familie stolz. „Wir haben das Gefühl, dass unsere Arbeit auf der Plantage wertgeschätzt wird“, sagt der Vater.

Bildnachweis: Menschen für Menschen

Ansicht auf eine ausgehobene Baustellengrube in Äthiopien
 
Äthiopische Arbeiter auf der Baustelle der Schule

Mehr Licht, mehr Bücher: Die neue Schule bringt den Fortschritt

Urge führt uns in ihren bisherigen Klassenraum. “Wir haben gerade Englischunterricht“, flüstert die Siebenjährige: Dicht gedrängt sitzen mehr als 60 Schüler beieinander und schauen jeweils zu fünft in ein Schulbuch. Wegen der kleinen fensterähnlichen Öffnungen erreicht nur wenig Licht das Klassenzimmer. Die Luft ist derart stickig, dass viele Kinder unter chronischen Atemwegserkrankungen leiden.

Junges äthiopisches Mädchen
Einblick in ein Klassenzimmer einer äthiopischen Schule mit unterrichtender Lehrerin vor vielen Schülern

Urges Lehrerin Korani Fininsa (28) steht an der Tafel. Es ist erstaunlich leise, alle Kinder hören ihr gebannt zu. Nach dem Unterricht seufzt sie: „Nur zu gerne würde ich den Schülern bessere Bedingungen bieten. Wir haben keinen Platz, keinen Strom und viel zu wenig Personal.“

Als die junge Lehrerin gehört hat, dass ausgerechnet in Kekero Jibat eine neue Schule aus solidem Beton und mit großen Fensterfronten gebaut wird, konnte sie ihr Glück kaum fassen. Jeden Tag besucht sie die Baustelle: „Wenn die Schule in zwei Jahren fertig ist, werden wir die fortschrittlichste Schule in der Region haben.“

Bildnachweis: Menschen für Menschen

Äthiopische Bauarbeiter arbeiten auf der Baustelle der neuen Schule
 
Lächelndes äthiopisches Mädchen

Endlich große Räume – Die Schüler freuen sich auf ihre neuen Klassenräume

Ein knappes Dutzend Arbeiterinnen und Arbeiter zeigt uns die Fortschritte auf der Baustelle. Alle sind erleichtert, dass es gut voran geht. Mit Holzpflöcken, Brettern und Seilen werden die zukünftigen Klassenräume abgesteckt. Die ersten Pfeiler stehen bereits. Die Schule nimmt Form an.

Äthiopische Arbeiterinnen helfen beim Bau der Schule
Ein äthiopischer Arbeiter verdichtet den Boden der Schulbaustelle

Urge und ihre Nachbarin Berhane staunen, als sie die Umrisse der vielen Räume sehen: „Die Schule wird viel größer als unsere alte!“ Da die Baustelle direkt neben der alten Schule liegt, ist der Größenunterschied deutlich zu erkennen. Ein Bauarbeiter winkt ihnen fröhlich zu. Es ist Berhanes Vater: „Und? Hast Du Dir schon einen Platz ausgesucht, wo Du sitzen willst, Berhane?“, lacht er.

Urge redet aufgeregt dazwischen: „Schaut mal da hinten links in die Ecke kommen bestimmt die Bücherregale hin.“ In der jetzigen Schule sind nur wenige Bücher vorhanden. Die Räumlichkeiten sind beengt. Das soll sich mit der neuen Schule ändern.

Bildnachweis: Menschen für Menschen

Ein Lehrer unterrichtet vor einer großen Klasse äthiopischer Schüler
 
Drei äthiopische Arbeiterinnen helfen auf der Baustelle

Es geht voran: Viele Arbeiterinnen packen mit an

Die neue Schule nimmt deutliche Formen an. Gamachus Mutter Nardos (25), die auf der Baustelle eine Anstellung gefunden hat, ist überrascht: “Keiner von uns hätte gedacht, dass es so schnell voran geht.“ Gemeinsam mit anderen Frauen trägt Nardos heute lange, schwere Balken auf die Baustelle. Sie dienen als Träger für das Dach. Die Betonpfeiler stehen, das Mauerwerk ist zu erkennen.

Fröhliche äthiopische Mädchen
Mehrere äthiopische Arbeiterinnen helfen auf der Baustelle für die neue Schule

Mit durchgestrecktem Rücken und hoch erhobenen Köpfen tragen die Arbeiterinnen Balken für Balken zur Baustelle. Mit dem Spaten gleichen sie den Boden aus. Es ist heiß, doch Nardos schwitzt kaum, die Mühen sind ihr nicht anzumerken. Durch die Arbeit auf der Baustelle verdient die junge Mutter nicht nur etwas Geld, sie hat auch das Gefühl, an der Zukunft ihrer Kinder mitzuwirken. Dass hier auch Frauen arbeiten ist selbstverständlich.

Auch der Schuldirektor wirft täglich einen Blick auf die Baustelle – umringt von seinen Schülerinnen und Schülern. „Alle wissen, wofür hier gearbeitet wird.“ Die neue Schule soll die Basis für bessere Bedingungen sein. „Eine gute Umgebung ist absolut notwendig, um den Kindern Bildung zu vermitteln“, sagt er.

Bildnachweis: Menschen für Menschen

Drei äthiopische Arbeiterinnern helfen auf der Baustelle
 
Drei äthiopische Kinder vor der Baustelle der Schule

Von der braunen Baugrube zur Groß-Baustelle

Jeden Morgen wenn Urge mit ihren Geschwistern zur Schule geht, kommt sie an der Baustelle vorbei. Noch zu Beginn wurde gegraben, abgesteckt und Material angeliefert. Das große Ziel schien fern. Doch von Tag zu Tag wurde aus der braunen Grube eine große Baustelle und Urge konnte sich immer mehr vorstellen, dass sie schon bald im neuen Klassenraum sitzen wird.

Ansicht der Baustelle für die neue Schule in Äthiopien
Das Mauerwerk und die Dachbalken der neuen Schule in Äthiopien

Auf die 750 Schüler warten mehrere Gebäude mit geräumigen Klassenzimmern. Die Fundamente sind allesamt fertig, die Dachbalken sind gesetzt. „Schau mal“, sagt die Schülerin. „Letzte Woche wurden Trapezbleche geliefert. Das sind die Dächer.“

Als wir Urge fragen, warum sie sich so gut auskennt, lacht sie. „Jeder hier weiß alles über die Baustelle.“ Von vielen Schülern sind die Eltern am Bau beteiligt. Es vergeht nicht ein Tag, an dem nicht über den Schulbau gesprochen wird. Doch jetzt muss Urge los, der Englischunterricht beginnt. „Mein absolutes Lieblingsfach“, grinst sie und ruft noch schnell „Bye Bye“.

Bildnachweis: Menschen für Menschen

Drei äthiopische Kinder vor der Baustelle der neuen Schule
 
Drei äthiopische Arbeiter legen Trapezbleche auf das Dach der neuen Schule

So duftet Bildung – Fortschritte in Kekero

Lehrerin Korani Fininsa begrüßt uns in der alten Schule. „Schauen Sie mal“, sagt sie und schiebt uns einen Stapel Bücher rüber. Es sind Englisch-Bücher, nagelneu. Sie nimmt ein Buch in die Hand und riecht daran. „So duftet Bildung“, sagt sie und lächelt. Dutzende Bücher sind gestern bei ihr angekommen. Und das ist erst der Anfang. Wenn die neue Schule in Kekero fertig ist, sollen alle Schüler komplett mit Schulbüchern ausgestattet werden. Bisher musste sich eine Gruppe an Kindern ein Buch teilen, das hat bald ein Ende.

Lehrerin Korani Fininsa lächelt
Ein äthiopischer Arbeiter zersägt Metallstangen

Korani geht mit uns zur Tür und zeigt auf die Baustelle nebenan. Die Fenster sollten eigentlich schon da sein, es gibt Liefer­schwierig­keiten. „Manche Sachen gehen halt schneller, die anderen langsamer.“

Auf der Baustelle herrscht reges Treiben. Die einen mischen Putz an, die anderen räumen Schutt zusammen. Gamachus Mutter Nardos, die auf der Baustelle arbeitet, winkt herüber: „Jetzt kann der Regen kommen", sagt sie und deutet auf die Dächer. Gerade erst wurde das letzte Trapezdach montiert. Während hier noch vor 1,5 Jahren eine Baugrube war, ist das Ziel mittlerweile zum Greifen nah.

Bildnachweis: Menschen für Menschen

Mehere äthiopische Kinder schauen in ein Lehrbuch
 
Rohbau einer Schule in Äthiopien

Betonmischer, Kreissäge und Hohlblocksteine: Mit modernen Mitteln in die Zukunft

Die Sonne strahlt über der Baustelle, ein paar Schäfchenwolken spenden gelegentlich wohltuenden Schatten. Der Unterricht ist gerade vorbei. Wie jeden Tag laufen Gamachu und seine Freunde im Anschluss direkt zur Baustelle. Freudig werden die Schüler begrüßt und Gamachus Onkel zeigt den Jungs, wie sie heute vorangekommen sind.

Viele äthiopische Kinder vor einer Schule
Ein äthiopischer Arbeiter zersägt Metallstangen

Er mischt gerade Beton an – ein Anblick, an den sich die Einwohner von Kekero Jibat mittlerweile gewöhnt haben. Und doch ist diese Baustelle immer noch etwas Besonderes: Normalerweise wird hier mit Lehm gebaut. In den Häusern ist es oftmals stickig und dunkel. Das soll sich mit der neuen Schule grundlegend ändern. Von der Kreissäge bis zum Betonmischer: Mit den modernsten zur Verfügung stehenden Mitteln wird diese Schule ein echter Meilenstein.

Statt mit Sand und Lehm wurde mit Hohlblocksteinen ausgefacht. Das Ergebnis: Eine gute Zirkulation der Luft und damit ein wesentlich besseres Raumklima im Vergleich zu den bisherigen Klassenräumen.

Gamachus Onkel wischt sich den Schweiß von der Stirn: „Wir alle wissen, wofür wir hier arbeiten“, sagt er. „Mit der neuen Schule rückt für Gamachu auch der Traum näher, später einmal zu studieren und Arzt zu werden.“

Bildnachweis: Menschen für Menschen

Vier äthiopische Jungs in einer Schule
 
Das fertige Schulgebäude in Kekero Jibat.

Die große Eröffnung: Die neue Schule ist fertig

"Schaut her. Sie ist fertig, sie ist fertig", rufen die Kinder von Kekero Jibat. "Das müsst ihr euch ansehen", sagt Schüler Gamachu und läuft vorweg in sein neues Klassenzimmer. Lehrerin Korani Fininsa verteilt hier gerade die neuen Schulbücher auf den Bänken und wischt einen Streifen vom Fenster. Lange musste der Ort auf die Fenster warten. Doch dann ging alles ganz schnell. Der letzte Bauschutt wurde eingesammelt und nun dürfen die 717 Schüler*innen ihre neue Schule beziehen.

Viele lachende äthiopische Kinder vor der neuen Schule
Fertiggestellte neue Schule in Äthiopien

Die Lehrerin blickt aus dem Fenster winkt den anderen Kindern zu. Sie seufzt kaum merklich: "Endlich können unsere Schülerinnen und Schüler in einem hellen Raum sitzen, die Luft ist sehr viel frischer als noch im alten Gebäude mit Lehmboden und kleinen Löchern als Fenster", sagt sie und lächelt.

Gamachu und seine Freunde haben von Anfang an fast täglich die Baustelle besucht. Nun zeigt er uns die neuen Trockentoiletten, das Verwaltungsgebäude und die verschiedenen Klassenräume. Jedes Kind hat einen eigenen Sitzplatz. Es ist hell, die Tafel ist modern und groß. Blöcke und Stifte stehen zur Verfügung.

Auch Schulbücher sind reichlich vorhanden. Gamachu greift nach einem Biologiebuch und zeigt verschiedene Blätter und Bäume. "Das Buch ist ganz neu", sagt er und stellt es zurück ins Regal. "Am besten gefällt mir an der neuen Schule der Leseraum."

"Nach den Sommerferien, wenn die Regenzeit vorbei ist, planen wir das größte Einweihungsfest, das das Dorf je gesehen hat", freut sich sein Erdkunde Lehrer Tariku Molla. "Wir sind sehr stolz und glücklich, dass die Schule fertig ist. Es war kein einfacher Weg und jeder im Dorf hat mit angepackt. Jetzt haben wir es gemeinsam geschafft und konnten die Dallmayr-Schule in Zusammenarbeit mit der Stiftung Menschen für Menschen eröffnen."

Bildnachweis: Menschen für Menschen

Cookie-Informationen